Nicht organische Hypersomnie

von J.Mathis

Patienten mit psychiatrischen Krankheiten, insbesondere einer Depression oder Angststörung, klagen sehr häufig über eine Müdigkeit, oder aber auch über eine echte Schläfrigkeit. Diese Patienten haben im Gegensatz zu Patienten mit Idiopathischer Hypersomnie nicht Mühe, den Wecker zu hören. Sie sind relativ einfach weckbar, haben aber anschliessend trotzdem grosse Mühe aufzustehen, weil ihnen die Energie und die Initiative dazu fehlt. Im Unterschied zu der Narkolepsie und der Idiopathischen Hypersomnie betrifft diese Müdigkeit nicht selten auch die körperlichen Tätigkeiten in Form einer ausgeprägten Erschöpfbarkeit, welche über Stunden oder gar Tage anhalten kann. Die Schläfrigkeit/Müdigkeit gilt auch als dasjenige Symptom der Depression, welches am längsten therapieresistent bleiben kann. Es ist deswegen bei der Behandlung einer Depression kurzsichtig nach Verschwinden des Stimmungstiefs bereits die Medikamentendosis zu reduzieren, solange die ausgeprägte Müdigkeit oder Schläfrigkeit noch vorhanden ist. In diesem Fall sollte man zusammen mit dem behandelnden Psychiater eher an eine Erhöhung der Dosis oder an eine Kombination mit aktivierenden Antidepressiva denken.