Epileptische Anfälle im Schlaf

Epileptische Anfälle während dem Schlaf sind besonders schwierig zu diagnostizieren, weil der Betroffene in der Regel nicht sagen kann, wie die Anfälle beginnen. Der Beginn eines epileptischen Anfalles ist aber für die korrekte Diagnose von sehr grosser Wichtigkeit, weil später wenn ein epileptischer Anfall einmal einige Minuten gedauert hat, alle Anfälle sehr ähnlich aussehen können. Zu Beginn ist es aber von entscheidender Bedeutung, ob der Patient ein Gramseln an der linken Hand verspürt oder eher ein komische Gefühl in der Magengengend oder ob von Anfang an Zuckungen auftreten, auch im Moment wo das Bewusstsein noch erhalten ist.
In der Regel werden epileptische Anfälle vom Betroffenen oder zumindest vom Bettpartner als ungewöhnlich erkannt, so dass eine Abklärung in einem Schlaf-Wach-Zentrum gewünscht wird. Seltener kann es aber bei Patienten, welche alleine schlafen auch vorkommen, dass der Betroffene selber gar nicht weiss, dass er Anfälle im Schlaf erlebt. Er oder sie stellt erst am anderen Tag eine ausgesprochen Müdigkeit, Schläfrigkeit, muskelkaterartige Schmerzen oder einen Zungenbiss fest. Bei Verdacht auf epileptische Anfälle im Schlaf ist die Ganznacht-Ableitung, die sogenannte Video-Polysomnogrphie die beste Methode, um die Diagnose erhärten zu können. Bei Patienten, welche bereit bekanntermassen unter epileptischen Anfällen leiden oder gelitten haben, kann im späteren Verlauf oder im höheren Alter ein Schlaf-Apnoe-Syndrom dazukommen, welches den Schlaf stört und somit zu einer Häufung von Anfällen führt. In diesen Fällen ist es wichtig, diese Schlaf-Apnoe zu diagnostizieren und zu behandeln.

Andere Patienten und insbesondere auch Kinder mit einer Epilepsie werden primär medikamentös behandelt, bis keine Anfälle mehr auftreten. In dieser Situation soll sich der behandelnde Arzt immer auch fragen, ob im Schlaf allenfalls weiterhin Anfälle vorhanden sind, was unter Umständen eine weitere Verbesserung der Behandlung nötig machen könnte. Bei Kindern können sich Anfälle im Schlaf selten auch durch eine Leistungsschwäche in der Schule allein bemerkbar machen.
Wenn die Anfälle im Schlaf sehr selten auftreten, besteht bei der einmaligen Polysomnographie das Problem, dass man in einer einzigen Nacht die Anfälle auch verpassen könnte. In solchen Fällen ist es sinnvoll, einem Familienmitglied eine Videokamera mitzugeben, um damit mehrere Nächte zu dokumentieren, so lange bis man ein oder mehrere Anfälle auf Video aufgezeichnet hat.