Schlafstörungen bei Kindern

von S. Bürki

Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen sind häufig. Die im Erwachsenenalter bekannten Schlafstörungen und Schlafkrankheiten treten auch bei Kindern und Jugendlichen auf. Auch im Kindesalter ist das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom die häufigste organische Ursache eines nicht erholsamen Schlafes, wobei die Tonsillenhypertrophie primär dafür verantwortlich ist. Schlafstörungen aufgrund inadäquater Einschlafassoziationen oder aufgrund inkonsequenten Erziehungsverhaltens sind die häufigsten verhaltensbedingten Schlafstörungen im Kleinkindesalter, mangelnde Schlafhygiene und verzögertes Schlafphasensyndrom die häufigsten Schlafstörungen im Adoleszentenalter. Sekundäre Folgen von Schlafstörungen wie Schulschwierigkeiten, soziale Anpassungsstörungen, Übergewicht oder systemische entzünd­liche Reaktionen müssen mit einer adäquaten Therapie vermieden werden. Da der Schlaf altersbezogene Merkmale aufweist, kann die Symptomatologie, die Ätiologie und die Therapie im Kindes- und ­Jugendalter vom Erwachsenenalter stark variieren. Es ist deshalb ­wichtig, dass Kinder und Jugendliche mit Schlafstörungen von einem Spezialistenteam mit fundierten Kenntnissen in der Physiologie und Entwicklung des Schlafes betreut werden. Das SWEZ bietet eine ­spezielle Schlafsprechstunde für Kinder und Jugendliche an, in der ein Team von Neuropädiatern, pädiatrischen Pneumologen und Kinder- und Jugendpsychiatern interdisziplinär zusammenarbeitet. Zudem ­besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen der Erwachsenen-Schlafmedizin, der Kinderchirurgie und der HNO. Die Schlaf­untersuchungen finden, je nach Alter des Kindes, entweder analog zur Sprechstunde in der Kinderklinik selbst oder im Schlaflabor des SWEZ statt. Somit wird eine altersgerechte Betreuung von Kindern, Jugendlichen und deren Familie gewährleistet.

Vertiefung: Schlaf und psychische Gesundheit im Jugendalter